Erlebnis-Auktionen brauchen keine Wahrscheinlichkeitsrechnung

Pennyauktion

Pennyauktionen © cirquedesprit - Fotolia.com (2013) Bei der Pennyauktion handelt es sich um ein Versteigerungsverfahren, das online durchgeführt wird. Das Prinzip der Auktionsmethode besteht darin, dass ein Gegenstand zu einem sehr geringen Preis zum Kauf angeboten wird. Meistens beläuft sich der entsprechende Preis auf einen oder auch null Cent. Bei der Festlegung des Anfangspreises für ein zu ersteigerndes Produkt spielt der tatsächliche Warenwert des Gegenstandes keine Rolle. Neben dem Anfangspreis für einen zu versteigernden Gegenstand wird durch ein anbietendes Onlineportal auch die Laufzeit des aktuellen Angebots festgesetzt. Meistens beläuft sich die entsprechende Zeitspanne auf lediglich wenige Stunden. Interessierte Bieter können nun online ihre Gebote abgeben. Jedes Gebot ist dabei in geringem Ausmaß gebührenpflichtig. Die zu entrichtende Gebühr ist durch den Bieter beispielsweise per Sofortüberweisung oder mit Kreditkarte zu begleichen. Jedes Gebot für einen Gegenstand erhöht auch dessen Preis; erfolgende Preiserhöhungen sind allerdings minimal und belaufen sich in der Regel jeweils auf einen oder wenige Cents. Gleichzeitig geht jedes Gebot mit einer Verlängerung der zuvor festgelegten Laufzeit des Angebotes einher. Bei vielen Anbietern nimmt die Auktionszeit mit jedem eingegangenen Gebot um eine Sekunde zu. Den Zuschlag erhält schließlich derjenige Auktionsteilnehmer, der vor Ablauf des Angebotes das letzte Gebot abgeben konnte.

Geschichte der Pennyauktion

Die Entwicklung der Pennyauktionen ist auf die Zeit der sogenannten Großen Depression zurückzuführen. Als Große Depression wird dabei eine schwere Wirtschaftskrise bezeichnet, die im Jahr 1929 unter anderem die USA ereilte. Als Beginn der Großen Depression in den Vereinigten Staaten ging der sogenannte Schwarze Donnerstag in die Geschichte ein. Die wirtschaftlichen Folgen der Großen Depression erstreckten sich bis weit in die 1930er Jahre. Zu diesen Folgen zählte unter anderem eine erhöhte Anzahl notwendiger Zwangsversteigerungen. Solche Zwangsversteigerungen begannen in der Regel bei einem Anfangsgebot von einem Penny. Verschiedene von Zwangsversteigerungen betroffene Farmer übten damals Druck auf potenzielle Interessenten aus, keine Angebote abzugeben, die über dem festgelegten Anfangspreis lagen. Die erste Pennyauktion im heutigen Sinne fand schließlich im Jahr 2005 auf Initiative eines Online-Auktionshauses statt.

Die All-pay-Auktion:

Die sogenannte All-pay-Auktion stellt einen Überbegriff mehrerer Auktionsformen dar, zu denen auch die im ersten Abschnitt beschriebenen Pennyauktionen zählen. Eine weitere Unterform der All-pay-Auktion ist die, bei der verschiedene Bieter oder Gruppen auf verdeckte Weise bieten. Ist die festgelegte Auktionszeit abgelaufen, erfolgt ein Vergleich aller eingegangenen Gebote. Diejenige Einzelperson oder Gruppe, die den höchsten Gesamteinsatz erbracht hat, erhält schließlich den zu versteigernden Artikel. Diese Unterform der All-pay-Auktionen findet in der Praxis kaum Anwendung. Zu begründen ist dies unter anderem damit, dass die Auktionsform keinen Regeln folgt, die gesellschaftlich als fair angesehen werden.

Die Cent Auktion:

Auch unter der Bezeichnung der Cent Auktion führen verschiedene Online-Portale schließlich Versteigerungen durch, die oben beschriebenen Prinzipien folgen: Bieter zahlen pro Gebot eine festgelegte Gebühr, die unabhängig vom späteren Kauferfolg zu erstatten ist. Lediglich derjenige Bieter, der zum Ende einer Auktion den Zuschlag erhält, profitiert am Ende von seinen zuvor entrichteten Gebühren.