Wunder brauchen keine Wahrscheinlichkeitsrechnung

Lotto - Rubbellos 

© kebox - Fotolia.comWer hätte sich nicht schon einmal ein Rubbellos gekauft, um damit vielleicht jenen Fahrschein zu lösen, der einen aus dem Wartesaal des großen Glücks sofort in den Schnellzug zum Schlaraffenland befördert? Rubbellose sind dazu wirklich wie geschaffen. Man bekommt sie für vergleichsweise kleines Geld und erfährt sofort, ob man gewonnen hat, und falls ja, wie viel. Allerdings ist der Herausgeber der Rubbellose dazu verpflichtet, auf der Rückseite im Kleingedruckten den jeweiligen Gewinnplan auszuweisen. Und der könnte nüchterne Rechner im Handumdrehen gnadenlos desillusionieren. So steht beispielsweise bei dem derzeit sehr beliebten "Las Vegas" Rubbellos der WestLotto bei einem Spieleinsatz von einem Euro die rein rechnerische Chance auf den Hauptgewinn von 50.000 Euro bei verschwindend geringen 1:2.000.000 - sprich Eins zu zwei Millionen. Denn der Hauptgewinn wird bei einer Auflage von vier Millionen Rubbellosen nur zwei Mal ausgespielt. Sollte man sich seinen Euro also doch lieber für eine verlässlichere Ausgabe aufheben?

Dem Glück eine Chance geben

Katalonien © lesniewski - Fotolia.comEs gibt einen köstlichen jüdischen Witz, in dessen Quintessenz dem durchaus spendierfreudigen und -willigen Herrn die Hände gebunden sind, weil sich der um einen satten Lotteriegewinn bittende Jizchak kein Los kauft. Hier darf man gerne schmunzeln - aber bitte auch ein Stück tiefere Weisheit mitnehmen. Denn wer vom Glück gefunden und gegrüßt werden will, der muss auch die passenden Umstände dafür erschaffen. Und im Lotto kann man nun mal nur dann gewinnen, wenn man aktiv als Spieler daran teilnimmt. Wer also fest daran glaubt, dass ihm ein warmer Geldsegen definitiv zusteht, der könnte beim Rubbeln eine entsprechend freudige Rückmeldung vom Universum bekommen.

Wer holt den Hauptgewinn?

Selbstverständlich haben die Statistiker und Stochastiker Recht, wenn sie beim Rubbellos auf die verschwindend geringen Gewinnchancen verweisen. Doch man kann das gedankliche Pferd auf jeden Fall auch von hinten aufzäumen. Dann lautet der sowohl von der Aussagenlogik als auch vom Sachverhalt her wahre Satz: Wenn alle vier Millionen Rubbellose tatsächlich verkauft und hinsichtlich ihrer Gewinnausschüttung geprüft werden, dann muss es mindestens einen oder maximal zwei Menschen geben, die den Hauptgewinn einstreichen dürfen. Und wer, wenn nicht das Glück höchstpersönlich, sollte darüber bestimmen, welcher Gewinnertyp sich in Zukunft ein etwas üppigeres Taschengeld genehmigen kann? Eben. Jeder, der "The Secret" kennt, wird wissen, was zu tun ist, um dem Glück fröhlich zuzuwinken. Einer muss die Kohle ja schließlich holen.

Fazit

Wer rechnen kann und nicht an Wunder glaubt, der sollte seinen Euro klug im Geldbeutel lassen, und dort auf dessen Vermehrung warten. Wer jedoch einen Deal mit dem Universum hat, oder doch zumindest einen guten Draht zum kosmischen Bestellservice, der sollte sich, den finanziellen Spielraum vorausgesetzt, hin und wieder mal "einen rubbeln". Und anschließend natürlich den Gewinn mit guten Freunden großzügig feiern und mit Bedürftigen teilen.

Webtipps zum Thema:
LOTTO INFORMIERT: WESTLOTTO-BILANZ 2011: 262 GROSSGEWINNE IN NORDRHEIN-WESTFALEN

Beitrag von "the swot" zum Thema Jüdischer Humor